Eine E-Mail bekommen von Apple, Betreff: „Das iPad.“?! (Online-)Zeitungen, Blogs gelesen? Vielleicht gar die Apple-Keynote, die große Produktpräsentation, live mitgelesen oder
im
? Oder, um mit ziemlicher Sicherheit wirklich jedem Leser ein „Ja“ zu entlocken: In den vergangenen Monaten(!) – unter Umständen etwas genervt – diverse Medien beim Hypen eines so-genannten „Apple Tablet“s, beim So-Tun-Als-Wüssten-Sie-Es-Ganz-Sicher, beobachtet? Gut, darum geht es hier nämlich.
Obwohl sich nun, nachdem die Katze aus dem Sack ist, viele Analysten selbst auf die Schulter klopfen und ein zufriedenes „Ich wusste es ja!“-Grinsen an den Tag legen; Obwohl technikaffine und(!) weniger-technikaffine Menschen nun „wissen“, was für Leistungs-Details, objektive Spezifikationen wie man so schön sagt, das Gerät haben wird; Obwohl jeder, mich eingeschlossen, ja grundsätzlich die Weisheit mit dem Löffel gegessen hat, muss, und man kann es nicht oft genug betonen, muss man festhalten: Niemand – Apple-Mitarbeiter, ausgewählte Developer und in den Genuss der Hands-On-Sessions gekommene Keynote-Besucher ausgenommen – hat das iPad jemals verwendet. Und niemand – niemand ausgenommen – hat das iPad jemals in seiner Freizeit tatsächlich ordentlich, intensiv genutzt (Steve Jobs und sein Hardware Team vergessen wir mal…). Darum ist das einzige, das man tun kann, während man auf den Release-Temin in zwei bis drei Monaten wartet, Vermutungen anzustellen. Weil man sich ja, entweder eher Pro oder Contra eingestellt, eben die Frage stellt „Was wird man, was werde ich mit dem Ding tun können, brauche ich das, braucht man das?“
Man weiß in etwa wofür gewisse existierende Produklinien gut sind, also was man mit ihnen tun kann. Jeder kennt Desktop-Computer. Jeder kennt Laptops. Jeder kennt so-genannte Smartphones. Jeder kennt auf irgendeine Art und Weise das iPhone. Aber beim iPad ist man sich eben nicht so sicher – sollte man sich zumindest nicht so sicher sein. Denn es wäre sehr Apple-untypisch, ein paar Monate vor Release ihrer „latest creation“ wirklich jedes Detail preiszugeben, darum sind krampfhaft einseitig, einfach nicht sorgfältig genug recherchierte Berichte ala “11 Dinge, die dem iPad das Genick brechen(!)” immer mit Vorsicht zu genießen.
Steve Ballmer, (Noch?-)CEO von Microsoft, ließ sich damals nach der Präsentation des ersten iPhones(yt) doch glatt zu einem peinlichen hysterischen Lachanfall vor laufender Kamera verleiten. Man schaue bitte jetzt in die Smartphone-Landschaft und wie sich das iPhone darin etabliert hat – nämlich gut obv. Das heißt jetzt nicht automatisch, einfach nur weil es von Apple ist und weil ja das iPhone bereits so erfolgreich war, dass man blinde Ehrfurcht vor dem IPad haben sollte oder dass man das iPad ohne jegliche Kritik einfach so akzeptieren sollte.
Aber, und das ist die eigentliche Quintessenz dieses Artikels: Sich zu Pauschalisierungen ala „ein weiteres Apple-Produkt für unkritische Jung-Reiche“ hinreissen zu lassen ist Ausdruck von Branchen-Kurzsichtigkeit, Zeichen des Nicht-über-den-Tellerrand-Hinausschauens, darum eher nicht zu empfehlen Denn schließlich bekommt niemand gerne ein „big fat ‚i told you so!‘“ zu hören.
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