Wir hatten es noch nicht in der Hand. Wir dürfen aber raten, warum wir es vielleicht (nicht) kaufen werden.
- iPad als “Spielkonsole 2.0″. Man sollte das Wort “Computerspiel” nicht nur mit verrückten Counterstrike- und World of Warcraft-Süchtigen verbinden, sondern more casual betrachten. Spiele wie Singstar oder Buzz-Quizzes schafften es innerhalb ziemlich kurzer Zeit für eine gesamte Produktart, jene der Spielkonsolen, eine damals neue Zielgruppe zu schaffen: die Eben-Nicht-Hardcore-Spieler. Das iPad wird bei den Entwicklern, die mit Programmierung ihr Geld verdienen, genauso gut angenommen werden wie schon das iPhone (“another goldmine”?). Darunter wird es doch auch einen geben, der zB an klassische “Gesellschaftsspiele” wie (multilanguage) “Activity” denkt – man würde viele Bleistifte und Papier sparen. Ein 3D-Autorennspiel, bei dem man das iPad in den Händen haltend vor dem Lenkrad “sitzt”, wurde ja bereits bei der Keynote präsentiert. Wir können zuversichtlich sein, dass da für jeden etwas dabei sein wird.
(Game Table) - Fotobearbeitung im kleinen Stil ala Photoshop mobile oder digitales Zeichnen, Malen im kleinen Stil ala Sketches für iPhone könnte manch einer belächeln – eben weil nur “im kleinen Stil”. Man stelle sich diese beiden Apps (und insgesamt gibt es über 140 000 Apps, die theoretisch für das große iPad-Display von den Entwicklern umgeschrieben werden könnten) auf dem großen iPad-Display vor. Für den Amateur, der sich kein teures externes Tablet leisten kann/will, würde das dann heißen: Kein (eher) unintuitives Maus-Handling mehr, sondern einfach drauf los bearbeiten/kreieren.
- Personal Information Management, Getting Things Done, Self Management, Productivity Apps – alles schöne neue Modewörter, mit denen wir uns hier im Blog in Zukunft näher beschäftigen werden. Nur kurz: wer Mac- und die dazugehörigen iPhone-Programme wie Things, ShoveBox oder schlicht und ergreifend(weil das hier ein WordPress-Blog ist) WordPress kennt und nutzt, wird sich auf die iPad-Ableger mehr als freuen dürfen. Denn was die neuen Interface- und Texteingabe-Möglichkeiten betrifft, haben wir ja schon einen Vorgeschmack von Apple – iWork bzw. iCal für iPad – bekommen. Ganz besonders in diesem Kontext sollte man nicht die Anschlussmöglichkeit einer Tastatur vergessen.
- Medien glauben bzw. glaubten, dass ein Gerät wie das iPad in einer immer mehr paperless werdenden Gesellschaft gerade Recht kommt. Wie es um den iBook-Store im europäischen Bereich steht bzw. ob die Leute wirklich ein digitales Buch einem “echten Buch” vorziehen würden, ist noch ungewiss. Ob Zeitungen der Reihe nach Apps entwickeln (lassen), dann so etwas wie In-App-Purchases, Quasi-Abos, anbieten werden, ist ebenso ungewiss. Was man ganz sicher sagen kann ist aber: PDFs auf einem iPhone zu lesen ist wegen der Geräte-Größe einfach nicht toll, ganz egal welche gut durchdachten Apps es zu diesem Zweck gibt. Am iPad aber eine Fachbuchsammlung immer mit dabei haben zu können, zB als IT-Support-Mitarbeiter im Außendienst, wird für viele sicherlich verlockend sein. Bis Studenten keine dicken Wälzer mehr herumschleppen werden müssen, dauert es sicherlich noch lange, aber man kann sich ja ausrechnen wie viel Geld man sparen würde, gäbe es Lehrbücher in digitaler Form.
- Business: Meeting-Notizen klassisch bzw. siehe Punkt 3. Dank iWork full-featured Tabellenkalkulation, Textverarbeitung und Präsentation. Bin zuversichtlich, dass die eigene Produktivität unterwegs, mobil, wenn man nicht an seinem Haupt-”Computer” sitzt, steigen wird -die echte Produktivität, nicht die “So-tun-als-ob-man-grad-Excel-bearbeitet-Produktivität”, wie man sie immer öfter in Kaffeehäusern beobachten kann (wenn man das tut: nicht lachen! der Typ im Anzug, mit seinem lauten, unhübschen “Netbook”, auf dem ein vollwertiges Windows 7 läuft und man darum eigentlich eine Lupe benötigt um auch nur annähernd angenehm arbeiten zu können, kann ja auch nichts dafür.)
- und ja, dass in der ersten iPad-Generation (wahrscheinlich) keine Kamera eingebaut sein wird, ist ziemlich “doof”. Aber vielleicht 2011, wenn ein iPad (Pro?) in verschiedenen Größen vorgestellt wird.
- kein Flash? Komplett egal, dann werden die ganzen Porno-Seiten-Betreiber wohl oder übel, wie es zB schon bei YouTube passiert, auf HTML5 umsatteln müssen – “Branchenstandard” ist hier das Stichwort. Und im App Store gibt es diese ganzen kleinen Flash-”Games”, wie sie so schön heißen, großteils umsonst, also auch da kein Problem. Und ganze Webseiten, die ausschließlich(!) auf Flash setzen, sehen sowieso überladen und unübersichtlich aus, sollten meiner Meinung nach daher generell nicht besucht werden. Generell nämlich.

Manuel wie immer super Text den du von dir gibst!!!
Flash ist tot! Allerdings stehe ich dem Teil auch noch skeptisch gegenüber, aber meine Frau dreht völlig durch
Pingback: Sog. “IT-Experten” über Apple « vahdeani
Pingback: Windows Phone 7 « vahdeani
Pingback: Ja, das iPad ist Zukunftsmusik. « vahdeani
Pingback: Der Falter nennt das iPad iFad – kritisch ist gut, weniger reaktionäre Schwarz-Weiß-Malerei wär aber auch nicht schlecht. « vahdeani (Manuel Faderny)
Pingback: Der Falter nennt das iPad iFad – kritisch ist gut, weniger reaktionäre Schwarz-Weiß-Malerei besser. | vahdeani (Manuel Faderny)