Kauft man seinen ersten Mac, ändert sich die Art, wie man seinen Computer verwendet, mehr oder weniger schlagartig. Worauf ich hinauswill: es ist auch möglich, dass man plötzlich auf die Idee kommt, obwohl man sich das nie gedacht hätte, einen eigenen Webauftritt gestalten, machen zu wollen – denn iWeb ist ja im Zuge von iLife, vorinstalliert.
Kunden sind begeistert von iWeb. Was aber trotz grundsätzlich sehr guter Usability und Einfachheit der Software eher unangenehm ist: Bei iWeb “muss man sich um alles selbst kümmern”, will man wirklich von den Leuten gefunden werden, wirklich Zugriffe bekommen, Google “von einem wissen lassen”.
Am besten funktioniert iWeb mit einem MobileMe-Account. Leider legt diese Kombination dem „Entwickler“ („echte“ Web Developer, steinigt mich bitte, i really don‘t care!) einige Einschränkungen in den Weg. SEO (Search Engine Optimization) ist sicher eines der komplexesten Internet-Themen.
Aber auch, sogar, mit iWeb ist es möglich, (zugegeben eher rudimentär) Google zu „sagen“: „Hey, ich bin eine neue Seite, hier, genau hier bin ich, so heiße ich, das ist mein Content, also mach bitte, dass mich die Leute finden!“ – Thema Indizierung.
Thema Google und Indizierung – Webmaster Tools.
Erster Schritt:
Webmaster-Tools-Account anlegen. Dort einmal eingeloggt: die Seite „registrieren“, das heißt Google darüber wissen lassen (http://web.me.com/NAME/XY). Das Interface dort ist eh selbsterklärend.
Dann könnte man abwarten, bis man gefunden wird. Da wird man aber alt – will man nicht ganz so alt werden, bis man mal gefunden wird, dann sollte man „eine Sitemap uploaden“, Google also den Weg weisen. Eine Sitemap ist quasi ne Landkarte vom Webauftritt. Hier bei digital Ergüsse haben wir zB die Seiten „Anlaufstelle“, „Mac“ usw., von diesen wird (in der Menüleiste) wiederum auf die anderen Inhalte verlinkt. Aber jetzt kommt die iWeb-“Dummheit“: Sollte sich Google zur Anlaufstelle verirren, mit all seinen Crawlern und Tausendfüßern, dann hofft man als Webmaster, dass es sich von Seite zu Seite hantelt, also alle einzelnen Pages in der Google-Suche auffindbar macht –> Kann Google aber nicht, weil iWeb für die Menüleiste mit den Links kein „normales Format“ verwendet (der technische Hintergrund interessiert uns jetzt nicht, belassen wir‘s bei einem einfachen „es geht nicht!“).
Zweiter Schritt:
Jetzt kommt der Schmäh: auf der ersten Seite, bei digital Ergüsse wäre es „Anlaufstelle.html“, in iWeb einen Textbaustein einfügen. Da rein jetzt einfach die gleichen Links einfügen, wie man sie in der (eh schon wissen: „dummen“) Menüleiste findet. Dafür am besten in der Textbox die Textfarbe (und ganz wichtig: die Link-Farbe, inklusive des Parameters „Link besucht-Farbe“) auf die Hintergrundfarbe setzen, sodass der Benutzer von dieser für ihn eigentlich irrelevanten Linkliste nichts mitbekommt. Dadurch ermöglichen wir das „Hanteln durch den Link-Wald“.
Dritter Schritt:
zurück zu dieser Sitemap-Geschichte: dann muss man die Sitemap erstellen (lassen). Hat man keinen Bock auf XML und manuelles Kreieren, dann besucht man eine Seite wie XML-Sitemaps, gibt dort seine URL ein (http://web.me.com/NAME), klickt auf „start“ und wartet ein paar Sekunden (oder Stunden, je nachdem, wie groß der ganze Webauftritt ist, Anm.: bei XML-Sitemaps.com beträgt das Limit 500 Seiten). Dann mit der rechten Maustaste auf jenen Link, der unter „Download un-compressed XML Sitemap“ steht, „Verknüpfte Datei laden…“. Jetzt haben wir mal die Sitemap offline auf unserem Computer.
Vierter Schritt:
die Landkarte online stellen. Ein zweites Finder-Fenster aufmachen, und die Datei sitemaps.xml in den Online-Ordner iDisk-NAME/Web/Sites (NICHT iDisk/Sites!!!) ziehen. Apple is ein bisschen unfähig, was performanten iDisk-Upload vom Finder aus angeht, also kann es sogar bei 20, 30 Kilobyte etwas länger dauern, bis das File auf den MobileMe-Server kopiert ist – alternativ ist natürlich der Upload per Browser möglich. So, jetzt wartet die Landkarte nur mehr, bis Google kommt, sich durch den Link-Baum durchwurschtelt und man gefunden werden kann – Wahrscheinlichkeit, dass das passiert: ca. 0,1 %.
Fünfter Schritt:
Die Landkarte, die Sitemap, Google „zeigen“. In den Webmaster-Tools auf „XML-Sitemap einreichen“, den richtigen Dateinamen angeben und warten. In der Regel sollte es nicht länger als paar Minuten dauern, bis vom pending-Status auf approved geschaltet wird und die korrekte Link-Anzahl aufgezeigt wird (das ist dann der Moment wo man sich vielleicht denkt: „Sollte ich vielleicht doch ein bisschen mehr Content hinzufügen?“).
- Wahrscheinlichkeit, dass man jetzt in der Google-Suche gefunden wird: ca. 0,2 %.
Sechster Schritt:
Nicht auf der faulen Haut liegen. Bei jedem Hinzufügen Entfernen, und Umbenennen von Seiten die XML-Sitemap erneut hochladen(bei einfachen Content-Änderungen ist das nicht nötig). SEO ist kompliziert, deprimierend (nein, du bist nicht der Einzige, der es nicht verstehen kann, warum deine Seite nicht gleich auf der ersten Result-Seite erscheint, wenn andere nach Thema X oder Y suchen, obwohl sich deine Seite ja ausschließlich um X und Y dreht) und oftmals erscheint es willkürlich und unlogisch. Das Wichtigste ist Content, sinnvoller Inhalt auf der Seite, Content, Content, Content (apropos sinnlose Wortwiederholung und Schweißflecken: Steve Ballmer – peinlicher geht‘s nicht). Backlinks sind nicht zu verachten, also hau deinen Link anderen Bloggern und Webauftritten um‘s Ohr, vielleicht verirrt sich ja jemand auf deine Seite, obwohl er ganz woanders surft (Thema PageRank), achte aber dabei auch auf den Ankertext, sonst kommt‘s noch zu einer Google-Bombe…
Zu empfehlen sind die Berichte von Google über SEO, dort ist auch ein netter „Starter Guide“ zu finden.
