Man stelle sich einen College-Block vor. Was tut man mit solchen Dingern eigentlich? Genau, man schreibt darin. Man schreibt darin während einer Vorlesung auf der Uni (oder auch nicht, aber „mithaben“ tut man ihn auf jeden Fall…). Oder man schreibt darin Einkaufslisten und reisst die wichtige Seite dann raus, um sie mitnehmen zu können. Man macht sich wichtige Notizen, die alles mögliche betreffen könnten. Manch einer plant gerade einen kleinen Event und
hat deshalb verschiedene Bereiche, „Gäste”, “Catering” oder “Musik”, weil man eigentlich nie genau wissen kann, wieviel jetzt ein Bereich wirklich einnehmen wird, mithilfe von Stickern am Rand gegliedert. Ein Block, auf dem ganz groß „Vorlesung XY“ oder „Projekt XY“ geschrieben steht, wird neben Handgeschriebenem auch sicherlich ausgedruckte Zettel, Informationsblätter oder zB Fragenkataloge beherbergen, die aber in vielen Fällen drohen herauszufallen. Vielleicht heftet man sich eine Notiz oder gar ein kleines Foto oder Bild an eine bestimmte Seite, mit einer Büroklammer, oder brutaler – mit einer Klammer-Maschine. Vielleicht hat man während des Meetings, während einer Besprechung, das man als braver Mitarbeiter natürlich nicht ohne Schreibblock besucht, ein Diktiergerät laufen, parallel zum „Mitschreiben“.
Genug Szenarien erfunden, schließlich geht‘s ja nur um einen College-Block… als ich die Software, die ich gerne vorstellen würde, „fand“, war ich einfach nur komplett angetan. Angetan von der Möglichkeit, College-Blöcke perfekt am Mac zu führen. Dass das eine komplette Untertreibung ist, wird man noch merken.
Ein Notebook-File, also ein einzelner „Block“, besteht aus Seiten. Jede dieser Seiten ist von einem bestimmten „Typ“ – von einer einfachen Text-Seite über To-Do-List-Seite bis hin zu Cornell-Notetaking-Seite oder einer Gliederungs-Seite. Jeder Typ hat seine Vorzüge, obviously, doch sie alle haben Gemeinsamkeiten, die, gemeinsam perfekt zusammengestellt, ein Notebook, einen Block ergeben, der mächtiger nicht sein könnte.
Es lassen sich Bilder, ganze PDFs, sogar Film- und Audiodateien direkt einbinden – per drag‘n‘drop, what you see is what you get – ein multimedialer Collegeblock kann entstehen. (Manch einer würde vielleicht gerne ein Video-Tagebuch?! führen, kein Problem – innerhalb von Notebook lässt sich zusätzlich zum Geschriebenen ein kleiner Clip mit der integrierten iSight drehen und direkt einbinden). In Microsoft OneNote auf der PC-Seite kann man, zB während eines Vortrags, parallel schreiben und aufnehmen – auch das geht in Notebook.
Bei verschiedensten Recherchearbeiten, egal welche Branche, stolpert man über Links, Textpassagen, die man am liebsten einfach ausschneiden und auf einen Zettel kleben würde, um sie ja nicht zu vergessen. Clipping-Services von Notebook erlauben es einem, von x-beliebigen Applikationen Texte oder zB URLs von Safari in den Block „hineinzuclippen“, also genau das zu tun.
Word-Processing ala Word oder Pages wird durch die einfachste Art, kleine Skizzen und Diagramme einzubauen, ergänzt. Entweder mit der Maus oder einem Tablet drauf los zeichnen, oder vorgefertigte Formen, wie man sie aus Keynote und Powerpoint kennt, verwenden – ein College-Block mit integriertem Paint quasi…
Alle Inhalte lassen sich kommentieren, verschiedenfarbig „highlighten“ wie mit einem Marker-Stift, oder aber auch, wie im Falle von To-Do-Listen, mit anderen Programmen verknüpfen. zB Task: „Kunde X anrufen, E-Mail schreiben“ – direkte Verlinkung zu Mail und Adressbuch mit nur einem Klick möglich. Weiters lassen sich Aufgaben mit Fälligkeitsdatum mit iCal und Entourage synchronisieren.
Schon einmal versucht, Handgeschriebene Text-“Fetzen“ und Listen umzusortieren? Ja, geschafft? Oder alles durchgestrichen und neu angefangen, der Standard-Teufelskreis also? In Notebook lassen sich alle Zeilen per Drag‘n‘Drop verschieben, also umsortieren, und in weiterer Folge auch hierarchisch einordnen.
Ein Inhaltsverzeichnis wird automatisiert erstellt, in Echtzeit geändert, also eigentlich muss man sich um das garnicht kümmern. „Sticker“, wie ich sie vorhin bereits mit der Event-Planung angesprochen habe, sind auch nur einen Klick entfernt. Durch die laufende Indizierung ist alles, was sich in den Notebook-Files befindet, über Spotlight auffindbar.
Das Programm wartet mit vielen verschiedenen Vorlagen auf. Das Aussehen von Seiten lässt sich einfach anpassen. Ein selbst definierbares „Cover“ gibt dem Block die persönliche Note. Mehr als das Cover kriegt man übrigens auch nicht zu sehen, wenn man versucht, ein passwortgeschütztes Notebook zu öffnen, das Passwort aber nicht weiß. Bittet man denjenigen dann, den College-Block an einen weiterzugeben, hat dieser die Wahl: PDF-Export, Word, sogar als Website-Export (in einen Ordner, (S)FTP-Server, oder MobileMe) könnte ersie das bewerkstelligen.
Seit der neuesten Version ist Notebook jetzt auch komplett auf deutsch lokalisiert. Quasi ein OneNote for the rest of us. Offen ist, ob es auch zu einer iPad-Version kommen wird.
Mehr Info gibt‘s bei den Entwicklern. (Sehr zu empfehlen: Video-Tutorials und das Forum, in dem User ihre selbst erstellten Notebook-Vorlagen mit anderen teilen können)

Danke für den tollen Artikel. Darauf hin sofort gekauft und nutze estäglich.Schade, das es keine Linux Version – somit kein Ponie am Netbook.
mfg aus Österreich