Ganz egal was wir gerade am Computer tun, eigentlich haben wir immer im Hintergrund, in einem Safari- oder Firefox-Fenster, Facebook oder Twitter oder Flickr oder ein anderes Social Network geöffnet – in der Arbeit vielleicht nicht, weil diese Seiten gesperrt sind?!…
…(diesbezüglich wird vielleicht aber auch ein Umdenken in den Köpfen der Unternehmer stattfinden [müssen]). “Weil das ja Internet-Seiten(!) sind” haben wir unseren Browser ständig geöffnet. Und weil es Seiten sind, die wir oft, regelmäßig besuchen, haben wir uns vielleicht “Lesezeichen” dafür gemacht. Aber wie könnte es noch “besser”, bequemer funktionieren? Die Antwort könnte sein: genauso, wie wir unserem E-Mail-Handling eine eigene App logisch zuordnen (sollten).
Eine (kleine, zukünftig hier stetig wachsende) Auswahl an Social Networking Apps, die eigenständig am Mac laufen, ohne dass ein Browser-Fenster geöffnet sein muss.
absoluter Favorit für Facebook:
Silverlight Beta for Facebook – Homepage
Socialnetworking-”All-In-One”:
TweetDeck – Homepage (All-In-One)
Socialite – Homepage (All-In-One)
Twitter:
Tweetie – Homepage (Twitter)
Blogo – Homepage (primär Blog-Editor, aber auch Twitter)
Echofon – Homepage (Twitter)
Twunes – Homepage (iTunes-Twitter-Schnittstelle, funktioniert bei mir im Moment aber nicht so wie es soll…)
Flickr:
flickery – Homepage
Alternativ dazu kann man am Mac grundsätzlich aus jeder Homepage, die man üblicherweise in die Adressleiste des Browsers eingibt und mit Enter bestätigt, eine eigenständige Desktop-App “machen” – einen sog. Site Specific Browser (SSB) – Fluid für Mac ist dafür das kleine Zaubertool. Dann noch mit hübschen Icons versehen hat Facebook & Co. ein eigenständigeres Leben “außerhalb” des Standard-Browsers (Scripts erlauben dann noch bequemere Anpassungen, zB Dock-Badges zB für GMail).
Facebook, Twitter und Co. sind riesige Datenbanken. Datenbanken, wie sie (in kleinerem Rahmen) sogar unser Adressbuch oder eine einfache ToDo-Liste darstellt. Da gibt es Tabellen für alles Mögliche – unser eigenes Profil, natürlich die von allen Usern, Freundeslisten sind ebenfalls eigene Tabellen, genauso wie Privatsphäre-Einstellungen oder Online-Status (“Wie jetzt, Tabellen?”). Sie leben also als eigenständige Datencollections auf irgendwelchen Servern dieser Welt verteilt.
Wie diese – natürlich sehr komplexen – Datenstrukturen uns, den Benutzern, wiederum präsentiert werden, in Form der sog. “Benutzeroberfläche”, ist ein komplett anderes Paar Schuhe. Eines der grundlegendsten Prinizipien von (Web-)Softwareentwicklung ist die logische Trennung von Design und den “dahinterliegenden” Datenstrukturen. Ein plakatives, mögliches Beispiel anhand von Facebook: natürlich(!) haben die Datenbank-Designer dafür gesorgt, dass Abfragen ala “Wer hat meine Seite zuletzt besucht?” (oder, genau genommen aus FB’s Sicht: “Wer hat zB die Info-Seite, welche die sitecategory-id 3 hat, vom Benutzer x, mit der internen ID n, zuletzt besucht?”) durchgeführt werden können, nur wir als Benutzer sehen halt davon (noch) nichts.
Oder, noch klarer: Wenn wir einen von uns veröffentlichten Tweet/Status “löschen”, dann muss das nicht bedeuten, dass “das dann wirklich weg ist” – viel naheliegender ist es, dass in der Datenbank, im jeweiligen Datensatz, ein “Feld”(man kann es sich wie eine Checkbox, ein Markierungsfeld vorstellen) mit dem Namen “visible” existiert, das dann einfach auf “negativ”(also nicht sichtbar” gestellt wird. Daraus resultierend, und das sollte keine Überraschung sein, ist mit ziemlicher Sicherheit alles, was wir schreiben, jemals geschrieben haben, archiviert. Nur halt, um uns an die Trennung von Design und Daten zu erinnern, für uns als Benutzer nicht sichtbar – daher der langweilige Spruch: “Das Internet vergisst nicht!”.
Nun haben wir geklärt, dass wir als Benutzer nicht alles sehen, was wirklich “über uns gespeichert” wird. Eine Einschränkung anderer Art haben Software-Entwickler: Auch sie haben nicht uneingeschränkt Zugriff auf die Datenbanken. Sie holen sich die Daten über eine sog. API (Application Programming Interface), und “basteln” dann eine Benutzeroberfläche drumherum. Die Benutzeroberflächen sind also das, was Social Networking Apps einzigartig macht und von uns als Benutzer positiv aufgenommen werden können.
Einer der Nachteile von eigenständigen Apps, die auf die jeweiligen APIs zugreifen (Twitter-API, Facebook-API) ist das Problem, das auftritt, wenn die Datenbanken, das heißt auch die daraus resultierenden APIs, verändert werden. In periodischen Abständen müssen also die Entwickler mit App-Updates auf diese Änderungen reagieren, sonst “geht auf einmal Facebook am iPhone nicht” oder der Twitter-Client am Mac spinnt rum.
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