“Mein ‘Computer’?” – “Achso, das Kastl meinst. Der ist verstaubt!”

Immer mehr Menschen, mit denen ich zu tun habe, haben den Eindruck, und erzählen mir, dass sie ihren klassischen Computer, Laptop, Desktop, vernachlässigen – wegen iPhone, iPad, Blackberry, Android-Gadgets & Co.

Ich gehe so weit zu behaupten, dass echte Desktop- und echte Mobil-Computer (mit Arbeitsspeicherriegeln, austauschbaren Lüftern und dem ganzen Spaß…) für Otto NormalverbraucherIn langfristig obsolet werden. Wie langfristig genau, kann ich nicht sagen, daher verwende ich einfach die Worthülse “langfristig”, die ja auch bei anerkannten Analysten sehr beliebt ist.

Powerstation sein, Verwaltung eines Mehr-Benutzer-Systems inkl. Mail-Services übernehmen, rechenintensive Aufgaben durchführen, und ganz viel Speicherkapazität bieten, sozusagen Meta-Arbeit leisten – das sind jene Dinge, die (noch) nicht von einem iPad (bzw. von einem iPad-Abklatsch diverser anderer Hersteller) übernommen werden können.

Doch das sind Dinge, welche die Mehrheit der Computer-User garnicht interessiert, interessieren muss, weil es dafür ja heute schon “einen Server” in der Firma oder in der Cloud (Gmail, MobileMe,…) gibt.

Selbst ein Videoschnitt-Profi, der typischerweise die Wichtigkeit von Leistung und Power bei einem Computer betont, muss gleichzeitig einräumen, dass das Trennen von Vorbereitung des Projekts (Szenen-Auswahl, tatsächlicher Schnitt-Plan, Vertonung usw.) und tatsächlicher, in der Regel unbeobachteter, Arbeit des Computers (rechnen, rechnen, rechnen, zB Exportieren, Konvertieren) unerlässlich ist. Und eben die Vorbereitung, das was der Mensch also eigentlich macht, kann er, wird er, auf jedem Gerät tun, auch auf einem iPad – es ist nur eine Software-Frage! Die Daten liegen soundso wo anders, die Power, die effektives Rendern im produktiven Einsatz möglich macht, hat soundso ein größerer, stationärer Rechner, und überhaupt. (Dieses Vorbereitung-tatsächliche Arbeit-Trenn-Schema lässt sich natürlich auf viele Branchen ummünzen)

Touchscreen-Computer ala iPad (vorausgesetzt das Betriebssystem bleibt nahezu wartungsfrei) sind die Zukunft, weil es Software für alles geben wird. Wer Anwendungen nicht nur benutzen, sondern selbst entwickeln will (Stichwort “Meta-Arbeit”) bzw. wer einfach mehr Power braucht (und oft überschätzt man das eigene Bedürfnis nach Power sowieso, “Rote Augen entfernen” ist zB NICHT ressourcen-aufwendig…), der wird einen kleinen Server zuhause oder in der Cloud haben. Großteil der Interaktion wird aber mit einem Touchscreen-Computer ala iPad stattfinden, Quintessenz: Software regiert den Computermarkt (Mac- bzw. iPhone-Empfehlungen).

Zusatz, auch wenn es Windows-Gaming-Freaks nicht gerne hören: zum Spiele-spielen gibt es Spielkonsolen. Apropos Windows: Ein Betriebssystem, das auf Interaktion per klassischer Computer-Maus ausgelegt ist, nahezu unverändert auf ein Touchscreen-Device zu portieren, ist KEIN iPad-Killer, wieviele CEO-Köpfe und Jahre müssen beim Softwarehersteller aus Redmond, der immer mehr am absteigenden Ast sitzt (hallo Apple, Google & Co) noch rollen/vergehen, bis das realisiert wird…

Über Manuel Faderny

Apple Sales Professional; Business/Law Student; Vienna
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