Internetstick am Mac installiert, nach einem Neustart hängt er beim Kreis unter dem Apfel

Wir schreiben das Jahr 2010. Mobilfunkbetreiber, die sich dumm und dämlich mit Knebelverträgen und schlechtem Service verdienen, sind nicht in der Lage simple, gut funktionierende Software für ihre Kunden auszuliefern. Hauptsache die Hardware, genau genommen diese “Internet-Sticks”, hauen sie einem nach. Das ZTE MF637 zum Beispiel ist ein ganz böses Teil.

zte_mf637.jpg

Man hat sich also einen Stick vom Anbieter des (Noch-)Vertrauens geholt und zum ersten Mal in den USB-Anschluss seines Macs gesteckt. Prompt lädt sich auch schon die Software, die darum bittet installiert zu werden. Ein paar mal OK geklickt und es ist vollbracht. Hat man dann auf ‘Verbinden’ oder ‘Connect’ angeklickt (an der Unfähigkeit Software zu lokalisieren, also verschiedene Sprachen anzubieten merkt man sofort wie wenig Mühe und Kosten in die Entwicklung reingesteckt wurden) kann es losgehen mit Surfen. Das ging ja einfach!

Das macht man dann eine Weile und schaltet seinen Mac irgendwann ab. Oder man wird zu einem Neustart gezwungen, bevor es überhaupt mit dem Surfen losgehen kann. In beiden Fällen lässt sich dann der Mac nicht mehr ordnungsgemäß verwenden. Beim Booten dreht sich immer nur der Kreis und der Schreibtisch will und will einfach nicht erscheinen. So passiert es zB beim Internetstick ZTE MF637, wenn die Software darauf veraltet ist.

So wird alles wieder gut:

  • Mac ausschalten (Power-Knopf lang gedrückt halten)
  • Mac wieder einschalten, Snow Leopard-DVD einlegen und die Taste ‘c’ gedrückt halten bis sich wieder der Kreis unter dem Apfel dreht. Dieses Mal ist das aber positiv, weil die Maschine nun von der DVD bootet, nicht von der Festplatte
  • Geduld haben, Sprache wählen
  • Oben in der Menüleiste (wir befinden uns zwar im Betriebssystem-Installations-Programm, wir wollen aber nichts installieren!) den Menüpunkt “Dienstprogramme” finden
  • Dienstprogramme/Terminal anklicken
  • in das nun geöffnete schwarze Fenster eintippen und mit Enter bestätigen (jene Stelle, an welcher der Name der Festplatte zu stehen hat ist fett gedruckt, standardmäßig ist es ‘Macintosh HD’, das Backslash-Zeichen ‘\’ tippt man auf der Tastatur per Shift-alt-7-Kombination):
  • cp /usr/lib/libcurl.4.dylib /Volumes/Macintosh\ HD/usr/lib/libcurl.4.dylib
  • war der Befehl erfolgreich(auf richtige Abstände achten!) bekommt man keinerlei Rückmeldung, nun über den Apfel im Menü einfach neu starten
  • das System sollte wie gewohnt hochfahren und der Stick kann normal weiterverwendet werden
  • unendlich langes Warten auf den sich drehenden Kreis sollte auch der Vergangenheit angehören

Warum und wieso:

  1. die Software, die sich im Zuge der erstmaligen Verwendung des Sticks installiert (und nach dem Admin-Passwort fragt) zerschießt eine für das System wichtige Datei, darum kann der Mac danach nicht das System booten – libcurl.4.dylib
  2. zum Glück finden wir diese Datei aber auf der Installations-DVD, der Terminal-Befehl tut nichts anderes als die Datei eben von der DVD wieder dorthin auf die Festplatte zu kopieren, wo sie hingehört

Die Wurzel allen Übels ausreißen:

  • dass bei der nächsten Installation der auf dem Stick befindlichen Software nicht das Gleiche passiert, muss man den Stick updaten (neu überspielen quasi, ihm das Systemdatei-Kaputtmachen austreiben) – dafür ist der Anbieter, der den Stick verkauft hat, zuständig! Manche bieten auf ihrer Homepage genau so einen Download an, einfach im Service-Bereich danach suchen
  • eher unwahrscheinlich, aber möglich – man hat diesen Artikel gelesen bevor man die Software installiert und damit das System zerschossen hat: Software installieren, die Aufforderung neu zu starten NICHT befolgen, stattdessen die zuvor angelegte Sicherungskopie der oben erwähnten Datei in den oben (Terminal) erwähnten Pfad wieder einsetzen, und dann den Stick updaten – man hat das Problem des sich drehenden Kreises also gar nie

In das Problem lässt sich viel hinein interpretieren, tu ich auch:

  • Mobilfunkbetreiber kennen das Problem, sie beheben aber nicht den Fehler unmittelbar an den Sticks bevor sie verkauft werden, sondern verstecken einen “Patch” irgendwo auf der Homepage, um den sich der Kunde nachträglich(!) kümmern muss
  • fast täglich werden Kunden von Mobilfunk-Shops, genauer gesagt von genau jenen Verkäufern, Personen, die den Stick verkauft haben(!), zum Apple-Händler ihres Vertrauens geschickt, weil “das nicht am Stick liegen kann” und “der Mac anscheinend kaputt ist, vielleicht die Festplatte?!”
  • und der Gipfel: Mobilfunkbetreiber behandeln Probleme, denen ihre Kunden bei Verwendung von Telefoniediensten begegnen, mit ihrer (meist 24/7)-Hotline, die in der Regel kostenlos ist. Telering (Österreich) differenziert aber zB: Hilfestellung bei Problemen mit Internetsticks, mobilem Internet, bekommt man nur auf einer € 1,81/Min-Hotline!
  • Der hier besprochene Stick wird meist irgendwie ‘cool’ umbenannt und verschieden bemalt in Österreich von T-Mobile, Telering und Orange verkauft – ob die Software das System zerschießt oder unbemerkbar, wie es sich gehört, funktioniert, ist Glückssache
  • Mobilfunkbetreiber sollten Apple-Kunden und deren Wünsche, die ja nicht zu unrealistisch sind (funktionierende Software!) ernst nehmen, nicht nur wenn es um das iPhone geht (wo sie ja zum Glück nichts mitzureden haben, im Gegensatz zu Android-Phones, die sie hässlich, mit schlechter Software branden können, das wird dann ‘Custom-Skin’ genannt…).

Über Manuel Faderny

Apple Sales Professional; Business/Law Student; Vienna
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2 Antworten zu Internetstick am Mac installiert, nach einem Neustart hängt er beim Kreis unter dem Apfel

  1. Christian schreibt:

    Hallo,

    so einen Nerv kann ich nur bestätigen. Mit den berühmt berüchtigten Huawei-Sticks hatte ich am Mac ähnliche Probleme. Lösung: Als T-Mobile Kunde habe ich mir einen ehemals O2-gebrandeten Stick gekauft. Dieser wurde „entsperrt“ (umgeflasht, also die Netzbetreibersperre aufgehoben) mit der Originalsoftware von Huawei, die O2 nicht (!) anbietet. Betreiben konnte ich den Stick dann mit einer Software, die Vodafone UK bereitstellt.

    Fazit: Mit den Sticks wird ganz groß Geld gemacht, de facto werden die ja nur von einem Hersteller gebaut, diversest umhüllt und dann mit alten und schrottigen Versionen der jeweiligen Netzbetreiber unters Volk geworfen.

    Ganz großes PFUI!

    PS: KEINER der Verkäufer in den jeweiligen Läden hat Ahnung von den Sticks. Da es die mittlerweile schon wie Sand am Meer gibt wird sich das auch nicht verbessern, eher noch verschlimmern! Daher unbedingt VOR dem Kauf genau informieren über das jeweilige Modell und ob es Treiber dafür gibt!

  2. Mark Kim schreibt:

    Hallo,

    der schlimme Stick hat auch mich zum Verzweifeln gebracht. Dank, Deiner Tipps konnte ich mein neues Macbook Pro wieder hochfahren. Leider funktionieren iMovie, iPhoto, DVD-Player nicht mehr…

    Hierfür einen Tipp?
    Thx

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